Maschinenbau im Aufwind

Positiv und stark präsentiert sich seit kurzem der Wirtschaftsstandort Deutschland: Den Aufschwung verdankt unser Land dabei vor allem dem Maschinenbau. Auch der regionale Maschinenbau erwies sich im vergangenen Jahr als eine der wichtigsten Säulen des Aufschwungs: Besonders die hohe Nachfrage aus dem Ausland sorgte auch bei den Firmen der Region für volle Auftragsbücher.

Das belegt eindrucksvoll der Branchenreport der Oldenburgischen Industrie- und Handelskammer: Im ersten Halbjahr des Jahres 2007 stieg der Umsatz der Maschinenbau- Branche um 13,3 Prozent – bei einer um vier auf 46 Prozent gestiegenen Exportquote und einer Beschäftigungszunahme von 5,8 Prozent in den größeren Maschinenbauunternehmen. Doch worin liegt das Erfolgs geheimnis dieser Branche; warum agiert der deutsche Maschinenbau am Weltmarkt derart erfolgreich? Die Antwort ist ebenso interessant wie aufschlussreich: Der Erfolg der Maschinenbauer rührt her von der speziellen mittelständischen Struktur dieser Branche, die nur aus wenigen großen  Industrieunternehmen besteht. Beim Gros der Firmen handelt es sich um kleine und mittlere Familienbetriebe. Und diese Mittelständler pflegen ein gesundes Understatement. Sie mögen keinen Werberummel um »ungelegte Eier«, sondern entwickeln und vermarkten viel lieber neue Produkte und Dienstleistungen. Mit Erfolg: Maschinenbauer beliefern alle Branchen mit Hightech – vom Fahrzeug-, Schiff- oder Flugzeugbau bis hin zur Ernährungswirtschaft oder der chemischen Industrie. Es handelt sich dabei um eine deutsche Erfolgsstory, denn Deutschland verfügt mit knapp 6.000 Unternehmen über eine weltweit einzigartige Konzentration an Maschinenbauern. Fast jeder siebte Beschäftige des verarbeitenden Gewerbes arbeitet bei einem Maschinenbau-Unternehmen. Ein weiterer wichtiger Punkt: Im Gegensatz zu manchem global agierenden Konzern finden wir Mittel und Wege, trotz der hohen Lohnkosten Arbeitsplätze in Deutschland zu halten und zu schaffen. Der mittelständische Maschinenbau zählt außerdem zu den Branchen mit einer der höchsten Ausbildungsquoten. Es gibt also wahrlich genügend Gründe, die enorme Innovationskraft dieser Branche mehr publik zu machen. Vorbildlich sind die Aktionen der kommunalen Wirtschaftsförderungen im Oldenburger Münsterland: Die Verantwortlichen erkannten frühzeitig, wie wichtig der Wissenstransfer zwischen Industrie und Forschung ist. So bauten etwa die Kom munen mit regis-online eine hervorragende Online-Datenbank mit und für die Unternehmen auf und bieten spezielle Technologieberatungen für die schnelle Entwicklung und Umsetzung neuer Ideen an. Vielen Dank für diese praktische und unternehmenswirksame Wirtschaftsförderung! Doch ist nicht alles Gold, was glänzt: Volle Auftragsbücher dürfen nicht darüber hinwegtäuschen, dass es einen dramatischen Preiskampf gibt, der teilweise bis an die Schmerzgrenze des wirtschaftlich Zumutbaren geht. Steigende Energiekosten und höhere Materialpreise (Stahl) führen zwangsläufig zur Verteuerung unserer Produkte und bremsen die Einkaufslust unserer Kunden. Der im Vergleich zum Dollar stärkere Euro führt zu spürbaren Nachteilen im Exportgeschäft. Unterm Strich: Deutsche  Maschinenbauunternehmen und ihre Produkte genießen weltweit einen guten Ruf und hohe Wertschätzung. Damit hier aber auch weiterhin marktfähige Produkte entstehen, müssen wir produzierenden Mittelständler uns den sich ständig verändernden Märkten stellen und Marktnischen erkennen. Nur durch ständige eiterbildung, Motivation und Förderung unserer Mitarbeiter und ihrer Fähigkeiten können wir den vorhandenen Technologievorsprung weiter  ausbauen. Wenn dann noch eine gezielte Industriepolitik verhindert, dass in Deutschland entwickelte Hightech-Produkte ins Ausland verlagert werden, bleibt der Maschinenbau auch weiterhin eine Säule des Aufschwungs.

Autor Frank Worthmann ist Geschäftsführer der Worthmann Maschinenbau GmbH aus Barßel-Harkebrügge. Das Unternehmen projektiert und entwickelt mit 74 Mitarbeitern Fertigungslinien für die Automobilindustrie. Außerdem entstehen Ultraschalldichtigkeitsprüfanlagen sowie Maschinen zur Qualitätssicherung in Industriebetrieben.

 

Veröffentlichung: 13.09.2012
Kategorie: Aktuelles, Pressemeldung